Freitag, 3. Januar 2014

Die Sphinx von Scuol

Zuoberst im Skigebiet von Scuol steht eine Sphinx. Allerdings nur im Winter, denn der "Piz Minschun" ist im Sommer ein ganz unspektakulärer Berg. Von der Bergstation des Schleppliftes Champatsch sieht er im Winter jedoch aus wie ein rätselhaftes Wesen. Als schweigender Riese wacht er übers Skigebiet von Scuol.

Schaut selbst: erkennt Ihr die Sphinx? Unten die Echte zum Vergleich.

Ach ja, und allen natürlich noch von Herzen ein gutes neues Jahr!


Dienstag, 24. Dezember 2013

Weihnachtseinkauf mit Pannen

Tja, was tut man am Tag vor Weihnachten? Einkaufen ... und seien es nur die Bestandteile für's Festtagsmenu. Im Mini-Coop von Scuol (immerhin der grösste Lebensmittelladen zwischen Österreich und dem Oberengadin) gingen gestern pünktlich um 17.30 Uhr die Lichter aus. Und natürlich die elektronischen Waagen, Registrierkassen, Kühltruhen etc..

Die Einkäufer nahmen es gelassen: "Ohhuh" tönte es durch den Laden, dann wurden Handys gezückt, LED-Taschenlampen ausgepackt, und das Shopping ging weiter. Nur unverpackte Güter wie Frischgemüse und Frischfleisch waren erst mal nicht zu haben. An der Kasse gab es dann einen langen Stau. Wer Bargeld hatte, konnte zahlen, wer EC-direkt verwenden wollte, musste warten. (Und da wollen unsere Banken und Politiker das Bargeld abschaffen!?) Irgendwann ging dann das Licht wieder an, Applaus allenthalben.

Dem Shopping-Vergnügen tat's keinen Abbruch. Im Gegenteil: Wer eine Taschenlampe hatte, wurde sehr schnell zum geselligen Mittelpunkt ... Euch allen wünsche ich von Herzen frohe Festtage!

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Schwarzeis

Gestern waren wir im Oberengadin. Auf dem St. Moritzer See und dem Silvaplaner See ist Schwarzeis, d.h. der See ist zu einer spiegelnden schwarzen Fläche gefroren. Dies kommt nur ca. alle 10 Jahre vor, denn in der Regel schneit es, bevor die Seen so fest gefroren sind, dass man sie betreten kann. Die schwarze Fläche ist wie Glas, so glatt, dass man mit den Schlittschuhen vollkommen mühelos darauf gleitet. An den Rändern sieht man durch's Eis den Seegrund.


Wir sind mehrere Stunden auf dem See herumgekurvt. Das Eis ist nicht still, sondern tönt, dröhnt und zzzingt, eine grandiose Natursymphonie. Nur wenn es direkt unter den Füssen knistert, wird es etwas beängstigend. Im Eis selbst gibt es die herrlichsten Strukturen, wie moderne Kunst.








Schliesslich kehren wir müde und glücklich zu unseren Rucksäcken zurück. Aber inzwischen hatte es getaut, oder sich das Eis gesenkt, oder sonst irgend ein spezielles Phänomen gegeben; jedenfalls standen unsere Rucksäcke, die wir auf das hartgefrorene Eis gestellt hatten, im Wasser.



Ja, genau da, wo es so richtig nass aussieht. Da half nur, die Rucksäcke ausleeren! Glücklicherweise war unser Picknick gut eingepackt, und den Rest haben wir nass nach Hause getragen ...


Donnerstag, 5. Dezember 2013

Schwerelos im Solebad

Das Engadinerbad (Bogn Engiadina) ist jetzt am Schönsten: wenig Gäste, viel Platz, Ruhe und eine herrliche neue Saunalandschaft. Als ich heute um 13.30 ins Bogn kam, war ich fast allein. Zuerst gehe ich in das heisse Aussenbecken: 4 Sprudelvarianten, Düsen, Wasserfälle und einen herrlichen Strömungskanal. Dann ins Dampfbad (letztes Jahr neu gemacht), und dann zum ersten Höhepunkt: dem Solebad. Die Kenner legen sich auf das Wasser wie im Toten Meer: Das Solebad ist so konzentriert, dass es einen trägt, wenn man sich auf den Rücken legt.

Schwerelos schweben im warmen Wasser - so muss das im Mutterbauch gewesen sein. Oder vielleicht fühlen sich Astronauten so? Wenn man dann wieder rausgeht, fühlt sich der ganze Körper matt und schwer an. Da hilft nur eines: Ab ins Kaltbad (Tauchbecken). Brr! Glücklicherweise ist das Warmbad gleich daneben.

Wenn man das ein paar Mal gemacht hat, ist man reif für eine Ruhepause: Entweder unter Infrarotlampen, oder im Ruheraum im ersten Stock des Saunabereichs (Nacktzone mit Gratis-Tee), oder im Ruheraum Könz mit Kamin, der ganz neu gestaltet wurde.

Auch die neue Saunalandschaft ist einen Besuch wert! Warmraum (60 Grad), Aufgusssauna (habe heute Aloe Vera probiert) mit 90 Grad, Kaminsauna mit 85 Grad, Damensauna mit 80 Grad und ein grosses Aussenbecken mit Kaltwasser. Drinnen gibt es ca. 10 verschiedene Regenduschen, Wasserfälle und Sprühdüsen, und zur Freude aller Junggebliebenen einen Bottich mit Eispellets. Damit kann man Freunde, Kollegen und die eigenen Kinder so richtig herrlich abreiben!

Geht mal ins Engadiner Bad - und nicht nur bei Schlechtwetter! Der Ruheraum in 1. Stock ist am schönsten, wenn die Sonne auf die Liegen scheint. Das ist wie in der Karibik - nur bequemer und garantiert ohne Sonnenbrand!http://www.engadin.com/wellness/baeder/engadin-bad-scuol/?R=1&S=2

Samstag, 23. November 2013

Endlich Winter in Scuol!

Während das Flachland mit Schnee und Eis kämpft, freuen wir uns in Scuol darüber, dass der Winter endlich eingezogen ist. Die traumhafte Landschaft, ein Feuer im Cheminée und Schneeflocken vor dem Fenster lassen einen langsam an Weihnachten denken. Hier einige der Unterengadiner Sehenswürdigkeiten im ersten Schnee.


Der Turm von Ardez vom Bahnhof aus. Ach ja, es ist ratsam, das Auto im Unterland zu lassen, wenn man keinen 4 x 4 hat. Da beim ersten Schnee der Boden noch warm ist, taut der Matsch und gefriert am Abend zu einer Eisbahn. Ohne Spikes sind sogar Moonboots und Wanderschuhe mit Profil ziemlich glatt. Hab' ich gestern abend gemerkt, als ich den steilen Weg ins Dorf hinunter nehmen wollte und etliche Meter auf dem Allerwertesten bewältigte!



Hier der Blick, den ich so liebe: Schloss Tarasp vor seiner imposanten Bergkulisse (auch aus dem Zug fotografiert). Vom Auto aus sieht man diesen Blick nicht, da die Strasse tief unten in der Innschlucht verläuft.

Und hier die Morgenüberraschung: Am Abend hat es noch gescheit, am Morgen herrscht Sonnenschein und klare, frische Bergluft. Wo könnte es denn schöner sein (ausser für Insel-Fans)?

Tja, und das Eisfeld hat auch schon offen. Ab 11.00 Uhr liegt es in der Sonne und ist derzeit bei der Dorfjugend äusserst beliebt (Touristen kann man im November an einer Hand abzählen!). Schön für uns, die stille Zeit in Scuol; in einem Monat ist schon wieder Hochsaison Ich freue mich auf Gäste aus Barcelona, Moskau, Holland, Deutschland und der Schweiz ...

Montag, 11. November 2013

Der beste Wetter- und Schneebericht

Einige Wintergäste haben mir geschrieben, dass sie den Wetterberiht aufmerksam verfolgen und sehnlichst auf den ersten Schnee warten. Ihr dürft Euch freuen: In Scuol hat's im Skigebiet schon recht viel Schnee! Hier der direkte Link zur Webcam Motta Naluns: http://www.bergfex.ch/scuol/webcams/c616/.

Den besten Wetterbericht (ist wirklich zuverlässig!) findet Ihr unter http://www.bergfex.ch/scuol/wetter/. Weil Scuol als Binnental ein eigenes Klima hat, kann man die üblichen Wetterberichte hier oben nicht brauchen. Bergfex ist der beste!

Montag, 4. November 2013

Nanu, ist da ein Pferd geschrumpft?

Oberhalb vom Dorf Scuol befindet sich auf ca. 1500 m Höhe der Reiterhof San Jon. Mit gegen 100 Pferden ist er einer der grössten Reiterhöfe der Schweiz. Ein wahres Paradies für Pferdeliebhaber, egal ob Anfänger, "Englisch-Reiter" oder, vor allem, Westernreiter. In San Jon kann man einfach reiten, ausreiten, ein-Tages- oder Mehrtagestrekkings machen und sogar übernachten. Im Winter fahren die Schlitten von San Jon ins tiefverschneite S'Charltal, und im Dorf Scuol gibt es eine Fondue-Kutsche für die Gäste. Schaut mal das tolle Programm an unter www.sanjon.ch. Die Besitzer und Angestellten sind auch richtig, richtig nett. 

Meine Tochter war im Oktober mit einer Gruppe von Freunden auf einem Trekking. Da Anfänger dabei waren, ging es ganz sachte im Schritt, die guten Reiter durften aber am nächsten Tag noch mal so richtig los ... und da ging's dann ab: im Galopp die steilen Hänge hinauf durch den Wald, über die Wiese hinter dem Reiterhof, auf Westernsätteln. "Knauf mit einer Hand festhalten, Zügel mit der anderen!", hiess es, und dann ab die Post. Nora war so begeistert von ihrem mächtigen Schimmel, dass sie am nächsten Wochenende gleich nochmal hin wollte um so richtig frei zu galoppieren. 


Hier bereitet sie ihren Schimmel Elgon vor.


Na so was - ist das Pferd plötzlich geschrumpft?

Nein, sieht nur so aus. Elgon hatte nämlich ein Hufeisen verloren und konnte nicht geritten werden. Kurzerhanad bekam Nora einen anderen Schimmel, einen Halbaraber, entsprechend fein und zierlich. "Hatte aber auch Dampf unter'm Füdli!" (das verstehen nur Schweizer!), meinte meine Tochter nach dem Ausritt.



Ich genoss währenddessen die letzte warme Herbstsonne vor dem Reiterhof im Freilicht-Reiterstübli. Pferdeliebhaber, San Jon ist einen Ausritt wert! Ist übrigens ganz einfach mit dem Postauto zu erreichen (Richtung S'Charl, ca. 10 Minuten ab Scuol).