Freitag, 20. September 2013

Bernina-Express Pontresina-Poschiavo

Vor einigen Tagen sind wir mit Freunden aus Schottland den Bernina-Express von Pontresina nach Poschiavo gefahren. Eine der spektakulärsten Bahnstrecken in den Alpen! Am Morgen um 08.00 fuhren wir in Scuol ab und waren dann nach einer schönen Fahrt durch's Oberengadin um 09.00 Uhr in Pontresina am Bahnhof. Da der Bernina-Express erst um 09.52 abfährt, bleibt wunderbar Zeit für ein ausgiebiges Frühstück in der Jugendherberge gleich beim Bahnhof (ich liebe Jugis, unkompliziert und freundlich!).

Dann geht's in die Panorama-Wagen im Zug. Glas bis fast zur Dachmitte, so dass man einen wirklich tollen Blick hat! Der Zug windet sich durch den Wald, und bald erhascht man den ersten Blick auf den Morteratsch-Gletscher.


Im Winter kann man mit dem Zug ab Pontresina zur Diavolezza-Talstation fahren, dann rauf und dann den Morteratsch-Gletscher hinunter ... würde ich so gerne mal machen, aber ob ich dafür gut genug skifahren kann?

Nach ca. 1/2h ist man auf der Passhöhe angekommen. Von dort aus kann man hinunter nach Poschiavo wandern, vorbei an einem Gletschergarten mit Gletschermühlen, an einem wunderbaren Wildbach, und dann steil hinunter ins Tal.


Das habe ich letzten Sommer gemacht. In Poschiavo sind wir dann todmüde in den Zug gestiegen, und dann weiter nach Tirano, über die phantastische Rundkehre der rhätischen Bahn bei Brusio. In Tirano den herrlichen Veltliner genossen, übernachtet und am nächsten Tag zurück ...

Diesmal sind wir aber nur nach Poschiavo gefahren. Ca. 11.15 kommt man dort an. Dann hat man 3 1/2 Stunden Zeit um das Renaissance-Dorf zu entdecken (das ist mehr als reichlich!) und die lokalen Spezialitäten zu geniessen. Willie, unser 80-jähriger Fischerfreund aus den schottischen Highlands, probierte eine Polenta, die er aber schrecklich fand. Dabei schmeckt sie doch nicht so anders als Porridge, oder?

Um 15.07 fährt der Bernina-Express zurück nach Pontresina, wo er um ca. 16.30 Uhr ankommt. Danach hat man noch alle Zeit der Welt für die Oberengadiner Seen, St. Moritz (huh, sooo schick!), und dann zurück nach Scuol. Sehr zu empfehlen! Achtung: spontan geht's nicht - unbedingt für den Bernina-Espress Plätze reservieren!



Sonntag, 8. September 2013

Die Bündner Jagd hat angefangen


Die Bündner Jagd hat am vergangenen Montag angefangen. Unsere ganze Familie war mit lieben Freunden aus Schottland in Scuol - wir haben sie vor Jahren dort oben beim Fischen kennen gelernt. Am Montag sind wir nach S'Charl gefahren, am Rande des Nationalparks. Bereits als wir die ersten Häuser erreichten, sahen wir dieses Jagdstilleben. Das Fernsehen war auch da und machte Interviews. Tja, die Jagd gehört zu Graubünden wie der Whisky zu Schottland! Im September kann man keine Termine mit Handwerkern, Bauamt, auch nicht mit meinem Gartenhelfer ausmachen - alle sind weg! Und wir profitieren davon: Im Restaurant "Crusch Alba" in S'Charl gibt es die herrlichsten Wildspezialitäten. Sehr zu empfehlen!

Sonntag, 25. August 2013

Lohnender Masochismus: Lischana-Hütte


Sorry, es hat etwas länger gedauert bis zum nächsten Blogeintrag, aber wir mussten die Balkone sanieren - erste Abplatzungen im Beton! Das hat - mit ziemlich viel Eigenleistung - eine Woche in Anspruch genommen, und abends war ich zu groggy zum Schreiben.

Nun aber ein herrlicher Wandertipp für Masochisten (gilt nur für Flachländer; geübte Berggänger machen das mit links).

Jeden Abend sieht man von unseren Balkonen aus einen Stern zwischen den Gipfeln Piz San Jon und Piz Lischana aufleuchten und wieder verlöschen. Es sind die Lichter der Lischana-Hütte, einer SAC-Hütte oberhalb von Scuol. Ich wollte sie mir endlich mal in Natura anschauen und bin um 7.30 Uhr losmarschiert - 1000 Höhenmeter rauf und wieder runter.


Anfangs zieht sich der Weg durch einen Wald, sehr angenehm.


Flotten Schrittes werde ich überholt - ich schnappe nach einer halben Stunde Aufstieg schon nach Luft. Es gibt keine 50 m flachen Wanderweg, sondern steigt stetig und recht steil. Vor mir der erste "Riegel" im Tal. Da soll ich rauf??


Der Blick zurück entschädigt für die Mühen.


Uff, es ist wirklich nur steil. Wieso kommen Menschen auf die Idee, auf Berge zu rennen?? Ich überlege mir allen Ernstes, umzukehren.


Glücklicherweise kommt dieses Schild - nach 1 1/2 h Aufstieg. "Sie sind auf dem besten Weg zur Lischana-Hütte." So wie mir geht es wohl manchem Wanderer ...

Ich kann nicht mehr - Pause ist nötig. Ich mache ein Picknick - ziemlich am steilsten Stück; man kann den Weg nicht verlassen - zwischen Alpenrosen. Selten haben Brot und Käse so gut geschmeckt!

Nach zwei Stunden ist die Baumgrenze erreicht. Dies ist die letzte Lärche; danach nur noch Wiesen und Murmeltier-Löcher neben dem Weg. Endlich laufe ich in der Sonne. Das Leben sieht schon viel besser aus!


Der Blick zurück ist atemberaubend. Unten im Tal erkennt man Scuol; ich kann sogar mein Haus sehen.


Fast geschafft! In der Bildmitte, der "Nippel" auf dem Hügel, ist die Lischana-Hütte.


Die Hütte ist erreicht! Die silbrige Dachkante sieht man vom Dorf aus leuchten, und bei den "Sternen", die an- und ausgehen, handelt es sich um die beiden Aussenlichter. Ich bekomme eine herrliche Rösti mit Spiegelei. Mit der Aussicht auf Rösti habe ich beim Abstieg übrigens einen quengelnden Buben motiviert, der nicht mehr weitermochte ... danach jubelte er "Rösti, Rösti!" und sprang wie eine junge Geiss den Weg hinauf, sehr zur Erleichterung des Vaters!


Die Lischana-Hütte liegt in einer herrlichen hochalpinen Landschaft: zur einen Seite der Piz San Jon.


Zur anderen Seite der Piz Lischana - den kann man auch noch besteigen, wenn man fit ist; es sind nur weitere 500 Höhenmeter. Die Lischana-Hütte ist Ausgangspunkt für wunderbare Bergtouren - hinüber über das Plateau der Lais da Rims (die Seen, die nach dem Abschmelzen des Lischana-Gletschers im Sommer 2003 noch übrig geblieben sind) ins Uina-Tal (ein teils von Hand gehauener Schmugglerweg mit überhängenden Felsgalerien), zur Sesvenna-Hütte (die ist schon in Italien) oder nach S'Charl.


Und nun noch einmal der Blick hinunter nach Scuol. Ja, es ist so steil wie es aussieht. 2 3/4 h habe ich gebraucht; für den Rückweg nochmal 1 1/2 h; eigentlich eine Kleinigkeit. Meine Beine waren anderer Meinung - Treppensteigen war einige Tage sehr schmerzhaft. Trotzdem: zur Lischana-Hütte werde ich wieder laufen; es ist die schönste Bergtour, die ich bisher im Unterengadin gemacht habe.

Donnerstag, 8. August 2013

Der Hängebrückenweg

Auf geht's zur leichten Wanderung ins verwunschene Val Sinestra! Am einfachsten nimmt man von Scuol aus das Postauto direkt ins Val Sinestra (fährt nur im Sommer; Abfahrt Bahnhof: 08.10, Hotel Belvedere 08.12; im letzten November habe ich die Wanderung schon mal gemacht und konnte dann nur bis Sent (Nachbardorf) fahren. Ich bin dann ins Val Sinestra gelaufen; die Wanderung wird so 1 1/2 h länger).

Bereits der Weg ins Val Sinestra ist abenteuerlich. Rechts ist die Brancla-Schlucht, links sind hohe, baumbestandene Hänge. Dazwischen der Weg, der kaum breit genug ist für ein Postauto. Manchmal hängt man schier über der Schlucht - die einheimischen Chauffeure meistern aber alles!


Mitten im Tal thront das alte Kurhaus des Val Sinestra (oben auf dem Foto). Es ist ein verwunschenes Hotel - plüschig, alt, romantisch, unheimlich - es soll spuken. Es wird im Sommer und im Winter vor allem von holländischen Gästen besucht - warum, weiss keiner. Von der Postauto-Haltestelle geht man aber nicht ins Hotel, sondern wendet sich nach rechts, Richtung Fluss.

In dieser Badewanne unterhalb des Kurhauses, ganz nahe an der Brancla, wird das Wasser der berühmten Ulrich-Quelle aufgefangen. Scuol ist reich an Heilquellen, und die des Val Sinestra sind einzigartig. Es handelt sich um einen Arsen-Eisen-Säuerling, dem Heilkräfte vor allem bei Gelenkserkrankungen zugeschrieben wurden. Das Hotel war einst ein berühmtes Kurhaus. Das Wasser der Ulrich-Quelle soll übrigens auch bei Langzeit-Einnahme nicht schädlich sein, trotz Arsengehalt. Ich hab's natürlich gleich als "Wanderwasser" abgefüllt!


Dann geht es über den Fluss, einen kleinen Wanderweg talaufwärts, etwas oberhalb des Flussbettes der Brancla. Es ist eine schöne, leichte Wanderung, die auch mit Kindern gut zu machen ist. Eine besondere Attraktion sind die Hängebrücken! Es gibt zwei davon, und sie dürfen von max. 5 Personen gleichzeitig begangen werden - und sie schaukeln. Kein Problem, ich find's lustig, aber nicht alle ... wir haben eine Familie aus Österreich getroffen, die uns fast verzweifelt fragte, ob es denn noch mehr Hängebrücken gibt ...

Am Fluss sieht man eine Menge Steinmännli, an den Hängen gelegentlich Gemsen (leider ist mein Foto nicht gut genug geworden). Nach ca. 1 1/2 h gemächlich bergauf wandern kommt man zum Hof Zuort.


Hof Zuort ist ein Gutshof, Restaurant mt Übernachtungsmöglichkeit, hat eine Kapelle mit Glockenspiel, das ein von den Nazis verfolgter Komponist hier im Refugion entwickelt hat. Für die, die dran glauben: Zuort ist auch ein "Kraftort". Wir haben aber nicht in Zuort gegessen, sondern sind noch eine halbe Stunde weitergewandert zur Alp Griosch.


Die Alp Griosch liegt weit hinten im Tal auf 1800 m Höhe, der Anstieg ist aber ganz gemächlich. Weiter laufen kann man zur Heidelberger Hütte, oder den alten Schmugglerpass nach Samnaun überqueren. Die Alp Griosch wurde im Jahr 1620 verlassen; die derzeitige Alp-Familie ist die erste, die seit fast 400 Jahren wieder das ganze Jahr hier oben wohnt. Es gibt ein wunderbares Gärtli, und alle Produkte, vom Rosen- und Lärchenzapfensirup über diverse Kuchen bis zum Zimtfladen sind hausgemacht. Der Service ist aufmerksam und liebevoll - sehr zu empfehlen!

Wir haben uns dann überlegt, ob wir mit Trottinetts (wie heisst das auf deutsch? Roller?) bis Vna (Postautostation) fahren; man kann sie auf der Alp Griosch mieten und einfach an der Postautohaltestelle abstellen. Ich habe aber die Verletzungen gesehen, die sich unsere letzten Gäste nach einem Sturz mit dem "Trotti" zugezogen haben und habe dankend verzichtet ... Ich brauch' für so etwas Ganzkörperbeleidung und nicht nur leichte Wanderhosen!

In 1 1/2 Stunden läuft man dann auf einem fast ebenen Alpsträsschen zurück nach Vna. Dort fährt das Postauto um 13.15. Ca. um 14.00 Uhr ist man dann in Scuol. In Vna habe ich noch dieses idyllische Katzenstilleben entdeckt.









Donnerstag, 25. Juli 2013

Von Nichtschwimmer-Igeln und badenden Fledermäusen

Zur Abwechslung mal Tierisches: In meinen Italien-Ferien hatten wir ein grosses Schwimmbad, im Boden eingelasssen, ohne Rand. Eines Mittags, gerade vom Einkaufen zurückgekehrt, wollte ich baden und sah am Boden so etwas wie ein grosses braunes Blatt. Bei näherem Hinsehen entpuppte sich das Blatt als stachlig - oh weh, ein ertrunkener Igel! Wir haben das Tier rausgefischt - tja, Wiederbelebungsversuche bei einem Igel sind etwas problematisch - leider war nichts mehr zu machen. Das Bad haben wir dann einen Tag lang nicht mehr benutzt ... zwei Tage später gingen wir zum "Morgenschwumm" - da zappelte doch tatsächlich der nächste Igel im Schwimmbassin! Den konnten wir noch rechtzeitig mit dem Netz rausfischen, bevor er ganz unterging, und nach ca. 3 h hatte er sich so weit erholt, dass er davonwackelte. Ein Lob auf Schwimmbäder mit erhöhtem Beckenrand!

Nun, einige Tage später in Scuol, war ich mit meiner Freundin im öffentlichen Freibad, im "Trü". Wir unterhielten uns gemütlich am Beckenrand, als sich im Sturzflug ein kleines Wesen - wir dachten zuerst, es sei ein Vogel - ins Becken stürzte. "Den müssen wir retten!" sagte ich. Also ums Becken rumgelaufen, da schwadderte das Wesen mit aller Kraft und recht gekonnt Richtung Rand. "Das ist eine Fledermaus!" rief meine Freundin. Das Tierchen setzte seine Flügel perfekt ein, war in wenigen Sekunden am Beckenrand und wurde dort von uns auf ein grosses Blatt geholt. Dort sass sie etliche Minuten, und schleckte mit einer winzigen rosa Zunge die Feuchtigkeit vom Blatt. Hat sie so Durst gehabt? Wir haben sie ausgiebig bewundert und dann samt nassem Blatt in den Schatten gelegt. Aber wir fragen uns: Was macht eine Fledermaus überhaupt am Tag? Und warum stürzt sie in ein Schwimmbad?

Donnerstag, 18. Juli 2013

Gaetan Bally, Architekturfotograf


Gaetan Bally, Architekturfotograf aus Zürich, hat neue Fotos der dritten Wohnung (Sirena) bei uns gemacht. Wenn Ihr mal einen wirklich guten Fotografen braucht, findet Ihr ihn unter www.gaetanbally.ch

 Hier sind die neuen Fotos.


Herzlich Willkommen - mit Gästepantoffeln!

So sehen Wohn-Esszimmer in der neuen Wohnung aus. Die ersten Gäste waren schon da, und haben es genossen.


Tja, und das ist der Blick vom Garten der Wohnung Sirena aus. Das Gras muss nach den Bauarbeiten wieder richtig wachsen, das dauert halt noch etwas ...


Zwei Liegebetten im diskreten Gärtchen mit Terrasse gibt es auch.



Hier die Polstergruppe auf der Terrasse der Wohnung Ena (4 - 8 Personen). Sehr gemütlich ... das fand Nachbars weisse Katze offenbar auch. Dank guten Tipps hab' ich alle Katzenhaare wegbekommen ...

Mittwoch, 10. Juli 2013

Fremdgegangen

Jetzt war mal eine längere Blog-Pause. Sorry, ich bin fremdgegangen, und das ist wörtlich zu nehmen. Habe nämlich meine Sommerferien in Italien verbracht, und alles gemacht, was man dort so tut - geflirtet, Wein getrunken, Wein gekauft (warte noch auf eine Lieferung und bin gespannt, ob das klappt oder ob ich meinen Wein in einigen Wochen unten holen gehe), fein gekocht, gemalt ...
Ab jetzt hört Ihr wieder regelmässig aus Scuol. Dort haben wir inzwischen Gäste aus Australien beherbergt - meine erwachsenen Kinder haben sich um sie gekümmert, und sie waren richtig sehr nett. Toll, dass sie uns aus Australien heraus via Internet gefunden haben!
Ab Samstag sind dann bis 10. August beide Wohnungen ausgebucht, und dann kommt für mich der Härtetest: jedes Wochenende rauf, Wohnung abnehmen, durchputzen, neue Gäste empfangen, und, wenn alles klappt, am Sonntag Wandern gehen. Ich freu' mich drauf! Übrigens habe ich in meinen Ferien viel gelernt darüber, was in einer Ferienwohnung gar nicht geht (ich hatte selbst eine): stinkende WC-Bürsten und das Nachverlangen von x Zusatzkosten ... Ich hab' nach meiner Rückkehr gleich eine Menge neue WC-Bürsten gekauft und wechsle sie in der Chasa Diala jede Woche, und Zusatzkosten gibt's bei uns auch nicht. Weder für's WLAN, noch für Heizung, Strom, Gas etc. Ich kam mir abgezockt vor. Zusatzkosten von 400 Euro in zwei Wochen für Hauswart und Gartenpflege, Strom und Warmwasser ... !!! Meine Gäste werden so was nie erleben!